Hygienezentrum

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Entstehung und Funktion des Hygienezentrums der Stadt Frechen

In der jüngeren Vergangenheit hat der Gesetzgeber die Rechtsvorschriften im Hygienerecht angepasst. Diese Anpassung ist für den Bereich Rettungsdienst von besonderer Bedeutung, da Rettungsmittel und Personal mit der Betreuung und Versorgung von Patienten einen hygienisch sensiblen Bereich darstellen.

Die Stadt Frechen, hat mit dem Bau des Hygienezentrums einen wertvollen Beitrag geleistet, den rechtlichen Vorgaben zu entsprechen und kompetent für den Schutz unserer Patienten und unserer Mitarbeiter zu sorgen und andere in Fragen Hygiene zu unterstützen.

Bauliche Anforderungen

 

Die Anforderungen ergeben sich im Wesentlichen aus den Empfehlungen des Robert Koch Instituts zur Infektionsprävention, der Arbeitsstättenverordnung, den technischen Regel für biologische Arbeitsstoffe und diversen sonstigen Richtlinien der Unfallversicherungsträger oder der Krankenhaus bzw. Laborhygiene. Ein wichtiger Orientierungspartner war an dieser Stelle die Berufsfeuerwehr Essen, die bereits im Jahr 2007 ein Hygienezentrum für den Rettungsdienst aufgebaut hat und damit nach Auffassung der WHO die weltweit größte Desinfektionsanlage für den Rettungsdienst unterhält. Mit ihrer Anbindung an das mikrobiologische Institut der Universität Essen kann man dort von einem Referenzzentrum mit hervorragender bundesweiter Reputation sprechen.

Die für die Stadt Frechen entsprechend adaptierten baulichen Anforderungen im Hygienezentrum Königsdorf umfassten in der Folge:

 

  • Eine Desinfektionshalle mit Edelstahlmobiliar und  Absaugeinrichtung für die Desinfektion von Einsatzfahrzeugen und Aufbereitungsmöglichkeit für Materialien.
  • Ein Raum zur Aufbereitung von Material, das an Patienten zur Anwendung gekommen ist oder mit einem Krankheitserreger kontaminiert ist.
  • Eine Dekontaminationsstrecke im Schleusensystem mit Duschen für die Dekontamination von Einsatzpersonal.
  • Eine Desinfektoren-Schleuse zur Bedienung der Anlage durch einen Desinfektor.
  • Ein Multifunktionsraum mit Materiallager und Computer-Eingabeplatz.
  • Ein Raum zur desinfizierenden Aufbereitung der Einsatzkleidung.
  • Ein Container zur sicheren Lagerung infektiöser Abfälle.

 

 

 

 

 

 

Nach den rechtlichen Vorgaben und der Orientierung an der Desinfektionsanlage der Berufsfeuerwehr Essen wurde die Desinfektionsanlage in Königsdorf so angelegt, dass alle hygienisch aufzubereitenden Objekte in getrennten Wegen ihrer hygienischen Aufbereitung zugeführt werden können.

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Fahrzeugaufbereitung


Nach jedem Infektionstransport wird die Fahrzeugaufbereitung in der Desinfektionshalle der Desinfektionsanlage durchgeführt. Dies ist mit Infektionserregern bis Risikogruppe 3 nach BiostoffVO möglich. Hierzu zählen zum Beispiel Meningitis, Tuberkulose, Gelbfieber, Lepra,Pest, SARS. Externes Einsatzpersonal wird in besonderen Bedarfsfällen nach Voranmeldung beim Wachabteilungsleiter der Feuerwehr Frechen für Desinfektionsmaßnahmen in der Anlage von einem staatl. geprüften Desinfektor empfangen und betreut. Einsätze mit Erregern der Risikogruppe 4, wie Ebola, Lassa, Marburg-Virus, werden von uns in Kooperation mit der Bio Task Force der Feuerwehr Essen durchgeführt.

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Medizinprodukte


Material, das an Patienten zur Anwendung gekommen ist oder mit einem Infektionserreger kontaminiert ist, können in der Anlage mit sogenannten validierten Verfahren in einem Reinigungs- und Desinfektionsautomaten aufbereitet werden. Darunter versteht man, dass der gesamte Aufbereitungsprozess qualitativ geprüft wurde und nachweislich den Ansprüchen den §4 der Medizinprodukte-Betreiber VO und dem Medizinprodukte Gesetz entspricht.

 

 

Wäscheaufbereitung


Kontaminierte Einsatzkleidung kann mit einer Industriewaschmaschine, in der ein vom Robert Koch Institut zertifiziertes Desinfektionsprogramm angelegt ist, desinfizierend aufbereitet werden. Diese Möglichkeit bietet gleichzeitig eine Rückfallebene für die Aufbereitung der Einsatzkleidung, die auf der Hauptwache anfällt. Mit der Umstellung der Versorgungsstruktur von persönlich zugeordneter Schutzkleidung auf Pool-Kleidung ist zudem eine regelmäßige und kontrollierte Wäsche-Aufbereitung ermöglicht.

 

Infektiöser Abfall


Infektiöser Müll wird nach den Richtlinien der Landesarbeitsgemeinschaft für Abfallentsorgung NRW gesichert, gekennzeichnet, verschlossen eingelagert und von einem zertifizierten Entsorgungsunternehmen entsorgt.

 

Personal


Einsatzpersonal und Gerätschaften werden getrennt voneinander dekontaminiert. Es stehen Duschsysteme zur Verfügung die eine Aufbereitung des Einsatzpersonals erlauben und eine schnelle Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft sichern.

 

Schutzkleidung und Desinfektionsmittel


Die vorhandene Infektionsschutzkleidung und die Desinfektionsmittel wurden ebenfalls einer gründlichen Wirksamkeitsüberprüfung unterzogen und so modifiziert, dass sie unter der Berücksichtigung der Gesundheit von Mitarbeitern und Patienten den bestmöglichen Schutz bieten.

 

Desinfektionsverfahren und Dokumentation


Die Desinfektionsverfahren wurden zur Optimierung und gezielteren Bekämpfung von Erregern und zum Schutz von Mitarbeitern und Patienten unter Reduktion von Ausfallzeiten der Rettungsmittel angepasst. Die Palette der vorgehaltenen Mittel wurde umfänglich ausgebaut. Die Dokumentation mit der zusätzlich computerbezogenen Darstellung redundant weiter gesichert.

 

Servicelink

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Info-Film der Feuerwehr Frechen (40 MB)