Inhalt anspringen

Stadt Frechen

Cathrin von Kleinkönigsdorf († 1633) oder Das Schwedenkreuz – eine Spur des Dreißigjährigen Krieges in Kleinkönigsdorf

2017 erschien eine Dokumentation von Paul Stelkens über ein kleines rätselhaftes Kreuz von 1633 in der Fassade eines Hauses in Kleinkönigsdorf. Die Publikation, die seinerzeit vom Stadtarchiv Frechen herausgegeben wurde war schon nach kurzer Zeit vergriffen.

In einer 2. Auflage nutzt der Autor nun die Gelegenheit, anhand dieses unscheinbaren Basaltkreuzes die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges auf die Menschen, ihre Sitten und Gebräuche sowie die Gesellschaft in Königsdorf und seiner Umgebung zu überarbeiten, zu aktualisieren und anzureichern.

Die Bevölkerung Königsdorfs kannte das Kreuz nur als Schwedenkreuz mit schwedischer Inschrift. Mitglieder der Dorfgemeinschaft St. Magdalena Kleinkönigsdorf e.V. baten den Autor 2014, bei der Klärung der Geschichte des Kreuzes und der Übersetzung der Inschrift zu helfen. Fachspezifische Institute der Universitäten Köln und Bonn und der Denkmalbeauftragten der Stadt Frechen Egon Heeg wurden angesprochen und konnten die nur noch bruchstückhafte Schrift des Steins teilweise entschlüsseln. Sie verwies in deutscher Sprache mit der Bitte um einen gnädigen Gott auf den Tod einer Cathrin im Jahr 1633 hin. Das Todesjahr fiel in die Zeit des dreißigjährigen Krieges. Die Recherche über die Herkunft des Kreuzes führte in die Region um Königsdorf in eine äußerst unruhige Zeit mit kriegerischen Auseinandersetzungen, Bandenüberfällen, Brandschatzungen, Plünderungen und Vergewaltigungen, Hungersnöten und Pest. Dazu der Hexenwahn. Jan van Werth schlug einen Bauernaufstand vor der Abtei Brauweiler nieder. Eine berüchtigte Königsdorfer Räuberbande drangsalierte die Bauern in Kleinkönigsdorf. Ihr Anführer wurde in Frechen zum Tode verurteilt. Für ihn wurde eigens in Königsdorf ein Galgen gezimmert. Der Abt von Brauweiler strengte Hexenprozesse gegen Frauen, Männer und Kinder an.

Die Dokumentation versucht, Zusammenhänge zwischen dem Tod der Cathrin und diesen Schrecknissen zu deuten, aber auch die Geschichte dieses Kreuzes als Grab- und späteres Wegekreuz herauszufinden.

Dokumentation für das Stadtarchiv 2. Auflage, 2020, 106 Seiten, 52 Abbildungen, 13 Anlagen. Die Dokumentation steht ab sofort zum kostenlosen Herunterladen für den privaten Gebrauch unter https://www.stadtarchiv-frechen.de/stadtgeschichte/veroeffentlichungen/schriften zur Verfügung.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Prof. Dr. Paul Stelkens

Durch die Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass diese Seite Cookies verwendet.

Datenschutz