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Stadtarchiv Frechen

Vortrag: Die aufklappbare Synagoge von Babyn Yar bei Kiew

Veranstaltungsinformationen

Datum & Uhrzeit

03.11.202218:0020:00
„…es ist bizarr und pervers, dass der Ort mit blutgetränktem Boden, der uns an die Unmenschlichkeit des Krieges erinnern sollte, heute wieder zum Ort des Mordens wird“. (Manuel Herz, Neue Züricher Zeitung, 9. März 2022)

Der aktuelle Krieg in der Ukraine erschüttert uns und konfrontiert uns auch immer wieder mit der Geschichte der Ukraine. In Babyn Yar, im Westen von Kiew, wo Anfang März 2022 Menschen durch russische Raketen ihr Leben verloren, verübten am 29. und 30. September 1941 Deutsche ein grauenvolles Massaker an 34.000 jüdischen Ukrainerinnen und Ukrainern. 
Zum Andenken daran wurde 80 Jahre später, im September 2021, auf dem Gelände eine Holz-Synagoge eröffnet: ein „kommemoratives Bauwerk“ nach Entwürfen des Architekten Manuel Herz. Die farbenprächtige Synagoge bietet in ihrer besonderen Form und fragilen Materialität eine Vielzahl von Lesarten, nicht nur auf religiöser Ebene. Der Bau steht auch für eine offene Gesellschaft und insbesondere in dieser Region für das Zusammenleben verschiedener Völker und Kulturen. 
Im Vortrag werden die Synagoge und die Geschichte des Ortes sowie Aspekte des ukrainischen Judentums vorgestellt.

Monika Grübel
Die Referentin ist Judaistin im LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn und Leiterin des LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen.

Kurz-Bio Grübel
Monika Grübel machte zunächst eine Ausbildung zur Buch– und Kunstantiquarin in einem Heidelberger Auktionshaus. Im Anschluss studierte sie Judaistik, Geschichte und Kunstgeschichte. Zunächst in Heidelberg (Judaistik an der Hochschule für jüdische Studien und Geschichte und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg). Nach der Zwischenprüfung die gleichen Fächer an der Universität zu Köln. Nach dem Magister in Judaistik machte sie eine einjährige Fortbildung im Fach Kulturmanagement.

Seit 1999 ist sie wissenschaftliche Referentin für rheinisch-jüdische Geschichte beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) und Leiterin des LVR-KULTURHAUS Landsynagoge Rödingen. Ihre Arbeitsfelder umfassen Filme, Vorträge, Publikationen, Veranstaltungen und Beratungen zur jüdischen Geschichte, Religion und Kultur im Rheinland.

Manuel Herz 
Der Architekt der Babyn Yar Synagoge hat Büros in Basel und Köln. Zu seinen zahlreichen Bauten, z. B. die Mainzer Synagoge (2010), siehe http://www.manuelherz.com. Sein Interesse gilt auch der Architektur der „humanitären Hilfe“ und den Planungsstrategien von Flüchtlingslagern.

Informationen

Beginn18:00 Uhr
AnmeldungUm eine Anmeldung unter archiv@stadt-frechen.de oder 02234/5011708 wird gebeten.

Eintritt

Der Eintritt ist frei.

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